Zeitetüde
„Wenn du dich bewegst, musst du wissen, wohin. Wenn du dich nicht bewegst, musst du wissen, warum.“ (Holm Friebe, Die Steinstrategie)
Lege dein Handy zur Seite und verwandle dich in einen Stein.
Still. Unbewegt. Abwartend.
Denke nun an deine Vergangenheit. Fällt dir eine Situation ein, in der Abwarten strategisch besser gewesen wäre, als vorschnelles Handeln?
Wartekunst
Glück ist, wenn das Aug
am Uhrenzeiger klebt
Denn wisse: Nur wer wartet, lebt
Der Tote liegt im Sudelbruch
Und hat das Warten aufgegeben
Nicht einmal Langeweile bleibt,
Die Ödnis ist komplett
im wartungsfreien Kastenbett
Und wenn aus dir ein Apfelbäumchen treibt
(Oder eine Pappel) erkenntest du:
Leben ist Nervosität, Fluchen
und Trippeltrappel
Ein Wartezeiten-Überwind-Gerät:
Das ist der Mensch. Ja:
Nur wer wartet, lebt!
Zeitetüde
„Wichtigster Vernichter freier Wartezeit ist das Smartphone. Jeder sich im Alltag eröffnende Zeitraum kann durch das Angebot der körpernahen Kleinelektronik mit kurzweiliger Beschäftigung verfüllt werden. Der Benutzer wird seiner raumzeitlichen Gegenwart entführt und gerät gleichsam außer sich. Er vermeidet das Risiko innerer Einkehr, in dem er die bedrohliche Leere des Wartens durch den reflexhaft gewordenen Blick zum Taschenbildschirm im Entstehen abwehrt.“
(Johannes Vincent Knecht)
Willst du in Vollendung warten?
Dann schalte dein Handy aus und mache nichts!
Schön.
Fülle nun deine Halte-Inne Postkarte aus und werfe sie in den Briefkasten.
Oder willst du noch andere Warteunterlagen aufs Handy bekommen?
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